Zur Drohung von US-Präsident Donald Trump, mehrere EU-Staaten mit neuen Zöllen zu bestrafen, weil sie Grönland nicht den USA überlassen wollen, sagt VDMA-Präsident Bertram Kawlath:
„Europa darf sich nicht erpressen lassen, auch nicht von den Vereinigten Staaten. Grönland ist ein Teil Europas und muss es auch bleiben. Wenn die EU hier nachgibt, wird es den amerikanischen Präsidenten nur ermutigen, die nächste aberwitzige Forderung zu stellen und mit weiteren Zöllen zu drohen.“
Selbstbewusst gegen die US-Expansionspolitik
„Europa muss dieser US-Expansionspolitik selbstbewusst, einig und entschlossen entgegenstehen. Dazu bedarf es tieferer Integration – wirtschafts- und insbesondere sicherheitspolitisch. Die EU-Kommission sollte prüfen, ob das Instrument gegen handelspolitische Zwangsmaßnahmen (Anti Coercion-Instrument) zum Einsatz kommen kann. Dieses Instrument ermöglicht es der EU, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wenn wirtschaftlicher Druck ausgeübt wird, um politische Entscheidungen zu erzwingen.“
Kawlath weiter: „Das Europäische Parlament kann in der kommenden Woche unmöglich Zollkürzungen für die USA beschließen, solange Washington die Europäische Union mit neuen Strafzöllen unter Druck setzt. Wir fordern insbesondere die republikanischen Abgeordneten in beiden Häusern des Kongresses auf, ihre Macht zu nutzen und den Präsidenten in seinem expansionistischen Bestreben zu stoppen. Der wirtschaftliche Preis, den auch die USA für die Folgen im transatlantischen Handel zahlen, ist hoch und wird noch größer, wenn die Strafzollpolitik nicht aufhört.“
Europäischer Maschinenbau von US-Strafzöllen überdurchschnittlich betroffen
„Der europäische Maschinen- und Anlagenbau ist von den US-Strafzöllen bereits überdurchschnittlich stark betroffen, weil eine Vielzahl von Produkten den Sonderzöllen auf Stahl und Aluminium von 50 Prozent unterliegen. Hinzu kommen hohe Kosten für Bürokratie, die viele Geschäfte verhindern. Mehr als jede zweite exportierte Maschine könnte davon betroffen sein.“

