Pouch packaging made by Masterpress

© Masterpress

Masterpress erweitert Kapazitäten für Beutelverpackungen

Masterpress, ein europäischer Anbieter hochwertiger Etiketten und Verpackungslösungen, hat in seinem Werk in Białystok eine Beutelmaschine von Karlville Swiss installiert.

Mit der Investition baut das Unternehmen sein Angebot an nachhaltigen Verpackungen deutlich aus. Es reagiert damit auf die stark wachsende Nachfrage nach Lösungen für die Kreislaufwirtschaft und nach Verpackungen, die den Anforderungen der EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) entsprechen.

Beutelherstellung im eigenen Werk

Durch die Beutelherstellung im eigenen Werk verbindet Masterpress seine bestehenden Digital- und Flexodruckkapazitäten mit einer neuen Anlage zur Beutelfertigung. Oberflächenbedruckte Materialien auf Papier- oder Kunststoffbasis können dadurch direkt nach dem Druck zu Beuteln verarbeitet werden, ohne einen zusätzlichen Kaschier- oder Aushärtungsschritt. Das verkürzt die Produktionsdurchlaufzeiten.

Die Maschine wurde im August 2026 installiert und ging im September vollständig in Betrieb. Zuvor wurden die Bediener geschult und Versuche mit unterschiedlichen Materialien, Beutelformen und Größen durchgeführt.

„Für viele schnelllebige Konsumgüter sehen wir Beutel als die Zukunft nachhaltiger Verpackungen. Sie haben ein geringes Materialgewicht und einen kleineren CO₂-Fußabdruck als Verpackungen aus Glas, Hartkunststoff oder Metall“, sagt Jakub Pędziński, Business Development Leader – Pouches bei Masterpress. „Mit dieser Investition reagieren wir unmittelbar auf die wachsende Nachfrage von Markenherstellern, Handel und Verbrauchern nach leistungsfähigen Verpackungen, die Produktschutz, Haltbarkeit und Recyclingfähigkeit nach Gebrauch miteinander verbinden.“

Hochbarrierebeutel mit einem Papieranteil von über 90 Prozent

Mit der neuen Maschine von Karlville Swiss kann Masterpress Beutel aus einem Material herstellen, das zu mehr als 90 Prozent aus Papier besteht und einen biobasierten Anteil von über 95 Prozent aufweist. Das Material eignet sich für den Lebensmittelkontakt sowie für verschiedene Anwendungen im Bereich trockener Lebensmittel und Non-Food-Produkte, darunter Tiernahrung, Gewürze und Nahrungsergänzungsmittel. Auch mit Blick auf Gesundheit und Umwelt ist von Bedeutung, dass das Material frei von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) sowie Polyvinylidenchlorid (PVDC) ist.

Für Anwendungen mit besonders hohen Anforderungen an die Barrierewirkung bietet das Material eine sehr hohe Barriere gegen Sauerstoff und Wasserdampf. Dies trägt zum Schutz der verpackten Produkte und zum Erhalt ihrer Haltbarkeit bei. Unter den angegebenen Prüfbedingungen lag die Sauerstofftransmissionsrate (OTR) unter einem Kubikzentimeter pro Quadratmeter und Tag. Die Wasserdampftransmissionsrate (WVTR) betrug weniger als ein Gramm pro Quadratmeter und Tag.

Prüfungen zur Recyclingfähigkeit belegen weitere Vorteile des Verpackungsmaterials. Tests nach der Methode der Confederation of European Paper Industries (CEPI) bestätigten, dass sich das Material in herkömmlichen Papierfabriken recyceln lässt. Bei der Bewertung der Papierrecyclingfähigkeit nach Aticelca 501 erreichte es zudem die Stufe A. Diese Ergebnisse beziehen sich auf das Material selbst. Die fertig bedruckten, vorgefertigten Beutel werden noch auf ihre Recyclingfähigkeit geprüft.

Flexible Produktion und Vorbereitung auf die PPWR

Neben den neuen Materialien auf Papierbasis und aus einschichtigem PE kann die Maschine auch Standardverbunde sowie einschichtige PE- oder PP-Strukturen verarbeiten, die digital oder konventionell bedruckt sind. Möglich sind Zweirandsiegelbeutel, Dreirandsiegelbeutel und Standbodenbeutel, jeweils mit oder ohne wiederverschließbaren Zipper. Dazu gehören leicht zu öffnende Zipper, die im Hinblick auf die künftigen Anforderungen der PPWR entwickelt wurden.

Die Anlage ist für kleine, mittlere und große Serien ausgelegt. Markenhersteller können dadurch neue Materialien und Beutelformate testen und Pilotserien produzieren lassen, ohne sich auf große Abnahmemengen festzulegen oder in teure eigene Anlagen zur Beutelherstellung zu investieren. Für diese Flexibilität sorgen eine geführte Einrichtung anhand hinterlegter Produktionsrezepte, Schnellwechselsysteme und geringe Ausschussmengen beim Anfahren sowie bei Rollenwechseln.

„Unser Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung einschichtiger Strukturen für den Papier- oder Kunststoffrecyclingstrom“, ergänzt Pędziński. „Gleichzeitig können wir mit dieser Technologie neue, innovative Materialien bewerten und ein breites Spektrum an Produktionsmengen abdecken.“

Die Maschine von Karlville Swiss verfügt über acht unabhängig gesteuerte Servomotoren für Materialzuführung, Siegeln, Kühlen und Schneiden. Damit können die Bediener die Bahnspannung in den einzelnen Prozessschritten regeln und den Prozess präzise auf einschichtige Strukturen und papierbasierte Materialien abstimmen.

Im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen von Masterpress ist die Anlage auf einen geringen Wartungsbedarf und eine energieeffiziente Produktion ausgelegt. Der angegebene Energieverbrauch beträgt lediglich 5-7 Kilowattstunden (kWh).

Masterpress

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